Studenten präsentieren ihre Wahrnehmung der Stadt und setzen sich dabei auch mit der musealen Repräsentation Münchens auseinander. Stadtgeschichte mal anders...
DI_08/FEB/11 Einlass: 20.00 H
MICHAELA MELIÁN im Dialog zu MEMORY LOOPS
MICHAELA MELIÁN im offenen Gespräch zur Konzeption von MEMORY LOOPS, dem Hörspiel des Jahres 2010.
Sound als Denkmal? 300 Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München 1933–1945.
www.memoryloops.net
„Memory Loops“ von Michaela Meliàn Hörspiel des Jahres 2010
Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat das fünfteilige Hörspiel zu "Memory Loops. 300 Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München 1933-1945" von Michaela Meliàn zum Hörspiel des Jahres 2010 gewählt. „Memory Loops“ ist ein virtuelles Kunstwerk zum Gedenken und zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in München. Es entstand im Auftrag der Landeshauptstadt München und in Zusammenarbeit mit der Redaktion Hörspiel und Medienkunst des Bayerischen Rundfunks. Gesendet wurde „Memory Loops“ als fünfteiliges Hörspiel im September und Oktober 2010 auf Bayern 2.
Die Künstlerin, Musikerin und Autorin Michaela Melián hatte mit ihrem Entwurf für ein Audio-Denkmal 2008 den Kunstwettbewerb der Landeshauptstadt München "Opfer des Nationalsozialismus – Neue Formen des Erinnerns und Gedenkens" gewonnen. "Meine Überlegung war, die Stimmen von NS-Opfern und Zeitzeugen als permanente, unsichtbare Installation über die Stadt zu legen, eine Art virtuelles Raster, das sich für immer mit der Stadt verbindet. Dass diese Stimmen nicht einfach im Archiv schlummern, sondern dass sie wirksam gemacht werden in einer aktuellen, zeitgenössischen Form und sich als eine unsichtbare Audioskulptur über die Stadt legen" so Michaela Meliàn.
Michaela Melián hat „Memory Loops“ als hörbares Kunstwerk konzipiert, das weitgehend auf Transkription historischer und aktueller Originaltöne von NS-Opfern und Zeitzeugen basiert: Zeugnisse von Diskriminierung, Verfolgung und Ausgrenzung während des NS-Regimes in München. Die transkribierten Berichte werden von Schauspielerinnen und Schauspielern gesprochen, historische Dokumente von Kindern gelesen. Durch diese Verfremdung gewinnt das Archivmaterial eine zeitlose Aktualität.
Meliáns Audiokunstwerk „Memory Loops“ ist ein Denkmal ohne festen Ort, das zu jeder Zeit individuell erfahrbar ist und sich gleichzeitig präzise im Münchner Stadtraum verortet. Mit der Wahl von Internet und Telefonie als vermittelnde Medien greift es zudem bewusst zeitgenössische Kommunikationsformen auf. Im Zentrum des Audiokunstwerks steht die Webseite www.memoryloops.net, auf der 300 deutsche und 175 englische Tonspuren hinterlegt sind. Jede Tonspur ist eine Collage aus Stimmen und Musik, die thematisch auf einen Ort innerhalb Münchens, der ehemaligen „Hauptstadt der Bewegung“, verweist. Alle Tonspuren sind auf einer von der Künstlerin gezeichneten Topographie der Stadt zu finden.
Bereits im Oktober 2010 hatte die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste die Hörspiel-Fassung von "Memory Loops" zum Hörspiel des Monats Oktober gekürt. Der Jury gehörten an: Dr. Katrin Lange (Literaturhaus München), Stefan Fischer (Süddeutsche Zeitung), Uli Aigner (in 2010: Kuratorin lothringer13_halle München).
Ausführliche Hintergrundinformationen zu „Memory Loops“ finden sich auf den Internetseiten des Kulturreferats unter www.muenchen.de/memoryloops
Ein Projekt des Kulturreferats der Landeshauptstadt München /
Freie Kunst im öffentlichen Raum in Zusammenarbeit mit dem
Bayerischen Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst










