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Anti-Weihnachtsfilme

Auf den letzten Metern vor Weihnachten fehlt es meistens an einem: An der Idee! DVDs zu verschenken ist prinzipiell nie falsch, vorausgesetzt man verfügt über einen halbwegs anständigen Filmgeschmack. Daher schlagen wir in den nächsten Tagen eine Selektion der etwas andere Weihnachtsfilme, um nicht zu sagen Anti-Weihnachtsfilme, vor. Nummer 1: Konsumkritik.

Selbst mit tiefster Ablehnung gegenüber der Weihnachtszeit, findet man sich irgendwann in der Innenstadt wieder. Umso später man dran ist, desto tragischer wird es. Menschenzüge streifen an einem vorüber und stecken einen mit der alljährlichen Hektik der besinnlichen Wochen an. Egal wieviel Widerstand man leistet, irgendwann schafft es der verhängnisvolle Menschenstrudel und zieht einen mit in das Zentrum der Hochkultur des Konsums. Preisnachlässe, bunte Lichter und mehr oder weniger harmonische Klänge lassen ungeahnte Bedürfnisse in uns aufleben, die schwerlich wieder aus dem Kopf zu entfernen sind. Die mächtige Maschinerie hinter diesen Verlockungen wird im französischen Film "39,90" von Regisseur Jan Kounen sehr nachvollziehbar aufgerollt, auch wenn er sich dabei nicht volkommen an die Romanvorlage von Frédéric Beigbeder hält. Dass es der Darstellung der Werbebranche keineswegs an Authentizität und Wahrhaftigkeit mangelt, zeigt schon die Vorgeschichte Beigbeders der, selber erfolgreicher Werbetexter, für die Veröffentlichung seines Buches aus seiner Agentur entlassen wurde. Wenn ihr also einem eurer Bekannten die konsumgeschwängerten Scheuklappen heruntereissen wollt, so sei euch geraten in den Mediamarkt oder zu Saturn zu gehen und ihm diesen Film als DVD oder in noch viel besserer Full HD Qualität als BluRay zu kaufen. Ähm ja, Frohe Weihnachten.

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