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THOMAS MEINECKE> I WANT A FAMOUS FACE

„Lookalikes“ heißt der neue Roman unseres Lieblings-Diskursdichters Thomas Meinecke, der vom eigenen Verlag mittlerweile als Literatur-DJ bezeichnet wird (weniger als Hinweis auf seinen unbestrittenen Facettenreichtum hinter den Decks, sondern eher als Versuch, dem eklektischen, bisweilen experimentellen Schreibstil einen popistisch adäquaten Begriff an die Seite zu stellen). In diesem Sinne mixt sich Meinecke auch in seinem neuen Text durch Popgeschichte und Postmoderne, zitiert und schichtet intertextuell, alles in seinem eigenen, mittlerweile unverwechselbaren Groove. Die Thematik konzentriert sich diesmal auf eine besondere Art des Fans, nämlich den, der sich auch die Äußerlichkeit seines entsprechenden Idols aneignet. I want a famous face? So in etwa. Viel vom Lookalike selbst war allerdings im Vorabdruck der aktuellen SPEX nicht zu lesen, dafür ein Novum auf struktureller Ebene, denn Meinecke führt sich selbst als Romanfigur ein, selbstredend nicht ohne diesen Umstand augenzwinkernd zu reflektieren. Klar wurde bereits in der wirklich sehr gelungenen Lesung im Rahmen des Nachtmuseums, dass die Handlung, die in Brasilien und Düsseldorf lokalisiert ist, sich durch Rituale und Tabus, Gender Trouble und Facebookjargon manövriert. Erhältlich ist das Werk in gebundener Form ab September im Suhrkamp-Verlag.

 

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