Das Art'n'Rave-Konzept der downstairs. Galerie geht in eine neue Runde. Diesmal zu Gast: Die Jungs von neoARTIG. Hier ein Video zur Einstimmung...
Die Kammerspiele sind unter der Intendanz von Johan Simons mal wieder ganz weit vorn: Dieser inszeniert nun das älteste erhaltene Drama der Welt, Aischylos' "Die Perser", in der ehemaligen Bayern-Kaserne in Freimann, die derzeit als Flüchtlingslager dient. Das Stück, das von der verheerenden Niederlage der Persischen Flotte bei der Seeschlacht von Salamis 480 v. Chr. erzählt, gewann vor allem durch den Umstand Bedeutung, das die Besiegten durch die Niederlage eben nicht herabgesetzt wurden. "Mit seiner Empathie für die Besiegten, im Mitleiden der Griechen mit den geschlagenen Persern, stellt Aischylos jeden Expansionsdrang in Frage und ruft sich und sein Publikum zur Mäßigung auf" (Münchner Kammerspiele). Damit erscheinen "Die Perser" im kriegerischen Hier und Heute aktueller denn je.
Simons überschreitet jedoch nicht nur in räumlicher Hinsicht Konventionen. Er stellt den Kammerspielschauspielern einen Bürgerchor entgegen, der sich aus alten Deutschen und jungen Flüchtlingen aus dem Irak, Uganda und Bosnien, sowie dem Ensemble der Kammerspiele zusammensetzt. Wow...
Die Inszenierung ist vom 5. Mai bis zum 2. Juni zu sehen, wobei der Kauf der Theaterkarte gleichzeitig auch als Bahnticket für Hin- und Rückfahrt gilt (Bei Freimann ja durchaus nicht ganz unwichtig). Jeweils drei Stunden vor Beginn der Aufführung, haben Interessierte die Möglichkeit, das weitläufige Gelände des Spielortes in "Führungen, Begegnungen und Ausstellungen" kennenzulernen.
Theater zum Anfassen. Theater als Selbsterfahrung. Theater als Ort der Begegnung. Die erste Spielzeit unter Simons' Führung kann man wohl schon jetzt als äußerst erfolgreichen Einstand bezeichnen.










