Inzwischen hat es jeder begriffen. Die Lange Nacht der Musik geht in die dreizehnte Runde und ist auch aus dem Münchner Stadtmuseum nicht mehr wegzudenken...
Zur Ausstellungseröffnung werden zwei Künstler mit Industrial Music DJ Sets aufwarten, die seit Jahren die Münchner Musikszene entscheidend mitprägen. Peter Wacha aka Upstart leistet seit über 30 Jahren überirdisches für die Musik-, Club- und Popkulturszene Münchens. Als Betreiber des damaligen Ultraschalls, heute Mitbetreiber der Roten Sonne und Inhaber des Plattenlabels Disko B leitet er zusammen mit seinem Kollegen Christos Davidopoulos einen der wichtigsten Plattenläden Deutschlands. Ihre private Vinylsammlung alleine würde das Münchner Stadtmuseum bis zum Rand füllen. Wir freuen uns nicht nur sehr auf die DJ Sets der beiden ehrenwerten Gentlemen sondern darüber hinaus auf ihre pure Anwesenheit, denn saucool sind sie obendrein...
Länger noch als die Formation Upstart und Davidopoulous arbeiten die beiden Protagonisten des Abends zusammen, denn seit nahezu fünf Jahrzehnten hat das Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher weltweit an einer umfassenden Bestandsaufnahme der Industriearchitektur gearbeitet. Sie dokumentierten Fabrikhallen, Gasbehälter, Stromverteiler, Fördertürme, Stahlöfen, die als anonyme Funktionsarchitektur nicht zum Kanon der Kunstgeschichte zählen und durch die urbanistische bzw. wirtschaftliche Entwicklung dem Verfall preisgegeben waren. Diese Gebilde wurden schon bald von der Kunstgeschichte als „anonyme Skulpturen“ (Karl Ruhrberg) erkannt. Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit auf die plastische Schönheit von industriellen Zweckbauten gelenkt, die gewöhnlich von unbekannten Architekten errichtet wurden.
Charakteristisch für den Stil der Fotografen Bernd und Hilla Becher sind die präzise Festlegung der Aufnahmebedingungen und das Bemühen um größtmögliche Sachlichkeit und Objektivität in der Wiedergabe des Bildgegenstands. Ein Großteil der Aufnahmen ist im Ruhrgebiet entstanden. Ergänzt wird die Auswahl durch Fotografien aus dem Siegerland, aus Großbritannien, Frankreich und den USA, so dass sich im vergleichenden Sehen eine Sprache industrieller Architektur entdecken lässt, die sich unabhängig von regionalen und nationalen Grenzen im Lauf eines Jahrhunderts entwickelt hat.
Also kommet in Scharen, denn es verspricht ein überaus interessanter Abend zu werden. Ab 20.30 Uhr in Eurem Münchner Stadtmuseum...












