Es geht in die Nachspielzeit. Part III der Meisterfeier würdigt in Form einer Ausstellung die Leidenschaft seines Kaders und seiner Fans. Kämpfen und siegen, feiern und lieben...
Ein 4-0 Sieg. Ein erschütterter Jürgen Klopp. Eine Spielanalyse die ironischer nicht sein kann. Dass sich hinter dieser Kaltschnäuzigkeit weitaus mehr verbirgt als ein witziges Interview, wird nicht nur im Blick auf die Tabelle, sondern auch speziell im direkten Vergleich mit dem Verein unserer Heimatstadt, dem FC Bayern deutlich. Zugegeben, ich war noch nie ein Fan der Roten, zumindest nicht auf nationaler Ebene. Vielmehr betrachte ich seit Jahren mit einem erhabenen Lächeln, wie wenig aus der so starken Finanzkraft gemacht wird und wie sich die Mannschaft der Bayern samt der Bosse, immer wieder in neuen Affären und Problemen verstrickt, anstatt sich einfach auf das Wesentliche, den Fussball zu konzentrieren. Seit der Saison 2000/2001 hat der FCB ca. 306 Millionen Euro in neue Spieler investiert, der BVB hingegen nur 153 Millionen, also ziemlich genau die Hälfte der Einnahmen. Am bezeichnensten ist der Transfer von Shinji Kagawa, dessen Marktwert sich seit seinem Wechsel zum BVB im August mindestens verzwanzigfacht hat, während Mario Gomez, trotz seines derzeitigen Höhenflugs sicherlich keine 35 Millionen Euro mehr wert ist. Weitere Beispiele für das Dortmunder Erfolgskonzept sind Nuri Sahin, Marcel Schmelzer, Lucas Barrios, Sven Bender und vor allem Innenverteidiger Mats Hummels, der sogar direkt von Bayern zu Dortmund ging, obwohl er seinen Verkäufern mit ihrem unübersehbaren Abwehrproblem heute sicherlich behilflich sein könnte. Ein Glück für Dortmund, dass damals Klinsmann und nicht Klopp verpflichtet wurde, wobei ich auch anzweifeln will ob dieser bei den Bayern Erfolg gehabt hätte, denn das größte Problem ist eben nicht das Geld sondern Planlosigkeit an allen Ecken und Enden. Keine klare Stimme nach aussen, keine Konstanz in Mannschaftsbildung und Trainerfrage aufgrund von immer wieder nach aussen tretenden Querelen im Verein, schlichtweg schlechte Öffentlichkeitsdarstellung. Im Endeffekt wünsche ich dem FC Bayern einen richtigen Tiefpunkt, und das meine ich wirklich im Guten, denn wenn nicht auch etwas Mut da ist, eine Idee wirken zu lassen, also auch die Demut mal ein paar Niederlagen hinzunehmen, so wird der Anspruch zur konstanten europäischen Fussballmacht zu werden niemals erfüllt. Ach ja, dem FC Bayern stehen ab nächste Saison aufgrund von Wegfall der Arenakosten 30 Millionen Euro mehr für Transfers zur Verfügung. Vielleicht reicht das ja um Jürgen Klopp zu verpflichten, oder zumindest Mats Hummels zurückzuholen.









